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Gerechtigkeit, Diskurs oder Markt?

Lucian Kern · 2013

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על הספר

# Inhaltsangabe und theoretische Rekonstruktion: Gerechtigkeit, Diskurs oder Markt? Die Neuen Ansätze in der Vertragstheorie ## Einleitung und wissenschaftsgeschichtlicher Kontext Mit der Publikation von John Rawls’ epochalem Werk *A Theory of Justice* im Jahr 1971 vollzog sich in der praktischen Philosophie sowie in der politischen Soziologie eine tiefgreifende Paradigmenwende. Nach einer jahrzehntelangen Dominanz des Utilitarismus und des logischen Positivismus erlebte die klassische Philosophie des Gesellschaftsvertrags – begründet durch Denker wie Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant – eine fundamentale Renaissance. Der von Lucian Kern und Hans-Peter Müller herausgegebene Sammelband *Gerechtigkeit, Diskurs oder Markt? Die Neuen Ansätze in der Vertragstheorie* widmet sich der systematischen Erfassung, Rekonstruktion und kritischen Evaluation dieser Neovertragstheorie. Das Werk kartografiert die vielschichtige theoretische Landschaft, die sich im Anschluss an die Rawlssche Renaissance herausgebildet hat. Kern fächert die zeitgenössische Diskussion entlang von drei maßgeblichen Begründungsparadigmen auf: dem klassisch-revidierten vertragstheoretischen Fairneß-Modell von John Rawls, der diskurstheoretischen Begründung sozialer Normen nach Jürgen Habermas und Karl-Otto Apel sowie den entscheidungstheoretischen und ökonomischen Tausch- und Marktmodellen, wie sie insbesondere von David Gauthier, James M. Buchanan und Robert Nozick vertreten werden. Die zentrale Fragestellung betrifft die Legitimationsbasis gesellschaftlicher Institutionen: Werden gerechte Regeln durch einen rationalen Konsens im konstruierten Urzustand, durch die zwangsfreie Verständigung im praktischen Diskurs oder durch den strategischen Vorteilssuchenden Tausch am Markt begründet? ## Der vertragstheoretische Paradigmenwechsel und seine Formalisierung Die Neovertragstheorie unterscheidet sich von ihren klassischen Vorläufern primär durch die konsequente Integration moderner Formalwissenschaften wie der Entscheidungstheorie, Spieltheorie und Wohlfahrtsökonomik. Das übergeordnete Ziel besteht darin, normative Grundsätze gesellschaftlicher Zusammenfassung aus den logischen Prämissen rationaler individueller Wahlen abzuleiten. Eine gesellschaftliche Ordnung oder Gerechtigkeitsnorm gilt demnach genau dann als legitimiert, wenn ihr alle betroffenen Individuen unter hypothetischen, als fair und rational ausgewiesenen Anfangsbedingungen zustimmen würden. In diesem meth

פרטי הספר

שנה
2013
שפה
German
הוצאה
VS Verlag fur Sozialwissenschaften GmbH
מהדורות
1
ISBN
9783322943484

מקור הנתונים: Wikidata

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