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Phokion

Hans-Joachim Gehrke · 1976

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About the book

Der Athener Phokion (402/1-318), einst eine zentrale Figur der moralisierenden Geschichtsbetrachtung des 18. Jahrhunderts, ist seitdem wenig beachtet worden. Das hat selbstverständlich seine guten Gründe und bedeutet eine zunächst verständliche Reaktion auf seine frühere Überbewertung. Darüber wurde jedoch versäumt, das alte Bild durch ein neues zu ersetzen, so daß bis auf den heutigen Tag von so etwas wie einer Lücke in der historischen Forschung gesprochen werden darf, Die vorstehende Untersuchung will dazu beitragen, dieselbe zu schließen, und möchte, wenn sie sich natürlich auch nicht anmaßt, das Ziel zu erreichen, immerhin die Probleme aufzeigen, die es hierbei zu bewältigen gibt. Verfahren wird in der vorliegenden Arbeit so, daß Phokion zuerst, soweit ‚möglich, in den pragmatischen Kontext der griechischen bzw. athenischen Geschichte des 4. Jahrhunderts eingereiht und sein Werdegang über alle Stationen, die uns bekannt sind, verfolgt wird. Erschwerend machen sich hierbei die besonderen Umstände bemerkbar, denen eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem 4. Jahrhundert ausgesetzt ist und die nicht zuletzt dazu beigetragen haben, die diesen Zeitraum betreffenden Aussagen in der modernen Literatur so kontrovers zu gestalten, nämlich in erster Linie der Charakter unseres Quellenmaterials, insbesondere das Fehlen eines den Ereignissen nahe- und qualitativ hochstehenden historiographischen Berichtes. Da es aber für eine angemessene Einordnung Phokions in die Geschichte notwendig ist, auch diese selbst genau zu rekonstruieren, und da außerdem etliche Ereignisse nicht ohne weiteres als bekannt vorausgesetzt werden dürfen, ist es nicht zu vermeiden, in diesem Zusammenhang, also im ersten Teil unserer Arbeit, im Text wie in den Anmerkungen mit einer geWissen Ausführlichkeit zu verfahren. Zweifellos liefert ein solcher Grundriß der politischen Biographie die wichtigsten Hinweise auf den historischen Phokion. Allein ausreichend ist dieses Verfahren nicht, und es bietet sich glücklicherweise die Möglichkeit, über es hinauszugehen. Unsere Quellen enthalten nämlich zahlreiche direkt wiedergegebene Außerungen Phokions. Wenn sich Anhaltspunkte dafür finden ließen, daß diese Aussprüche, wenigstens zu einem Teil, als authentisch gelten können, hätte man eine Chance, auch der Persönlichkeit Phokions, und nicht nur seinen ‚Taten‘, näherzukommen. Diesem Problem wird im zweiten Kapitel nachgegangen. Der dritte Abschnitt schließlich bietet eine Analyse des antiken Phokion

Book details

Year
1976
Language
German
Series
Zetemata ; 64
Publisher
Beck
Editions
2
Pages
252
ISBN
9783406051548

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