
"Vom Polocker Venedig"
Stefan Rohdewald · 2005
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Bisher liegen kaum Studien vor, welche die Geschichte einer einzelnen Stadt des ostslawischen Siedlungsgebietes über einen längeren Zeitraum untersuchen. Das Beispiel von Polock zeigt, wie sich ein bedeutender Fürstensitz der Rus? im Kontakt mit Ostmitteleuropa vom 13. Jahrhundert an tief greifend verändert. Im Rahmen Polen-Litauens folgten auf die von Orthodoxen getragene Kommunegenese im Spätmittelalter konfliktreiche Konfessionsbildungsprozesse und die Entstehung orthodoxer sowie unierter Zünfte und Laienbruderschaften im 17. Jahrhundert. Die rechtliche Uneinheitlichkeit der Stadt ließ sie zur Zufluchtsstätte einer wachsenden jüdischen Gemeinde werden. Nach der Eingliederung ins Zarenreich 1772 wurden die Juden in die städtische Selbstverwaltung eingebunden, jedoch 1892 wieder aus ihr ausgeschlossen. Diese Exklusion konnte im Handlungsfeld des Vereinswesens der nun mehrheitlich jüdischen Stadt nur teilweise kompensiert werden.
First sentence: Unter der Überschrift „Vom Polocker Venedig oder über die Polocker Freiheit“ („O Polockoj Venecei abo svobodnosti“) berichtet der kurze Abschnitt einer Chronik der ersten Hälfte des 17. Jh. in einer Form der ruthenischen Kanzleisprache von der legendären Freiheit, derer sich die Polocker im 13. Jh. erfreut haben sollen.
Book details
- Year
- 2005
- Language
- German
- Publisher
- Franz Steiner Verlag
- Editions
- 2
- Pages
- 588
- ISBN
- 9783515086967
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